"Stroh zu Gold spinnen

kann der Weinstock zwar auch nicht,

dafür aber Wasser zu Rebensaft machen."

(Dr. Dieter Hönsch, Weinböhla)

7. Wissenswertes über Wein

 

Alterung der Weine   das Gerüst oder der Extrakt eines Weines und damit die Lebensdauer hängen von der Rebsorte ab, aber auch vom Jahrgang und der Art des Ausbaues – frische, junge Weine sollten in den ersten Jahren nach der Lese getrunken werden, kräftige, extraktreiche sowie gerbstoffreiche Weine können einige Jahre gelagert werden.

 

Dekantieren – Wein in eine geeignete Dekantierkaraffe umfüllen, um den Wein vom Bodenbelag oder vom Weinstein zu trennen, oder bei jungen Rotweinen Sauerstoff zuführen, um Körper und Bukett des Weines zu entfalten; junger Rotwein kann mehrere Stunden vor dem Verzehr geöffnet werden.

 

Depot, Bodensatz – Gemisch aus Stoffen, die bei der Weinbereitung und Reifung des Weines ausfallen: In einem frühen Stadium sind dies tote Hefezellen, Teile des Fruchtfleisches, der Traubenschalen und Kerne. In einem späteren Stadium besteht das Depot aus à Weinstein und bei Rotweinen aus Phenolen sowie aus Substanzen, die zur Klärung oder Filtration des Weines eingesetzt wurden. Diese lagern sich bei der Reifung des Weines in der Flasche ab.

 

Edelfäule– entsteht unter günstigen äußeren Bedingungen auf vom Botrytispilz (Botrytis cenirea) befallenen reifen Weißweinreben;

die Zusammensetzung des Fruchtfleisches wird durch den Pilz auf vielfältige Weise verändert und die Hefe tritt weniger stark in Aktion, ein großer Teil an Zucker bleibt erhalten und es wird weniger Alkohol gebildet, Aromen und Geschmacksstoffe konzentrieren sich – alle diese Tropfen (Auslesen, Beeren-, Trockenbeerenauslesen, Eisweine)  sind Raritäten und ihr Preis wegen der geringeren Ausbeute und das Risiko, die Trauben bis in den Spätherbst hängen zu lassen, sehr hoch.

 

Korken der Korkverschluss hat sich als sehr langlebiger und dichter Verschluss bewährt, wegen großer Nachfrage nach diesem nachwachsendem Rohstoff kommt es zu Qualitätsmängel und steigenden Preisen;

für einfache Qualitäten kommt der Schraubverschluss immer mehr in Mode, aber beim Verbraucher stößt er auf Gegenliebe, ebenso auch beim Edelstahl-Kronverschluss, obwohl sie ausgezeichnete Verschlüsse für kurzlebige Weine sind;

Kunststoffkorken werden immer besser in der Qualität und werden schon häufig bei den Standardqualitäten verwendet, die keine lange Lagerfähigkeit besitzen, hier können die Weine stehend gelagert werden;

immer häufiger als Alternative zum Naturkork werden Glasverschlüsse verwendet;

alle Korkalternativen schließen natürlich den lästigen Korkgeschmack aus - Winzer experimentieren seit Jahren, um die beste Alternative zum Naturkorken zu entwickeln.

 

Schwefel im Wein – spielt bei der Weinbereitung an verschiedenen Stellen eine wichtige Rolle; auch der Most wird vor dem Gären häufig geschwefelt, um Bakterien und wilde Hefen abzutöten; seine fruchtige Frische behält der Wein nur, wenn er sofort nach der Gärung durch Schwefel haltbar gemacht wird, so wird verhindert, dass der Wein durch Sauerstoff aus der Luft oxidiert;

die Schwefelmengen sind gesetzlich vorgeschrieben und geschmacklich nicht wahrnehmbar bzw. gesundheitlich im Allgemeinen  unbedenklich – schon die Römer wussten, dass ungeschwefelter Wein schnell schal und ungenießbar wird.

 

Tannine, Gerbstoffe – sind in Stielen, den Traubenschalen und Kernen enthalten; der Gehalt im Wein ist abhängig je nach Rebsorte oder auch vom Entrappen und der Länge und Intensität der Maischegärung - positiv wirkt sich der Gerbstoffgehalt auf die Haltbarkeit des Weines aus, so können gerbstoffreiche Rotweine wesentlich älter werden als Weißweine.

 

Weinfehler– manchmal ist es schwer zu sagen, ob Aromen, die Sie ungenießbar finden, echte Weinfehler sind oder auf  persönlichem Geschmack beruhen;

einen fehler- oder krankhaften Wein kann man gelegentlich bereits an der Farbe erkennen, wenn sie ungewöhnlich blau, stumpf, für das Alter bereits zu braun oder gar schlierig oder flockig ist, (Weißweine dürfen niemals braun aussehen, aber alte Rotweine dürfen ein Ziegelrot besitzen); ein wichtiges Analyseinstrument wäre auch die Nase, sobald der Wein unangenehm riecht, wie muffig, Essigstich, Lösungsmittel-, Lackgeruch, aggressiv animalische Töne, nach Schwefelwasserstoff, Knoblauch, Zwiebeln, übertrieben butterige oder käsige Aromen, sind Anzeichen von Weinfehler oder Weinkrankheit vorhanden;

 

 kein Weinfehler: Bodensatz - Kristalle (à Weinstein) und dunkles à Depot in der Flasche sind harmlos und nicht qualitätsmindernd.

 

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